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Haushaltshilfe bei Schwangerschaft und Entbindung
Voraussetzungen
Eine Haushaltshilfe wird gewährt, wenn die Weiterführung des Haushalts wegen Schwangerschaft oder Entbindung nicht möglich ist und niemand sonst im Haushalt diesen weiterführen kann. Das Gesetz fordert, dass die versicherte Frau einen Haushalt hat und
diesen auch selbst geführt hat. Außerdem muss die Schwangerschaft bzw. die Entbindung die Leistungsursache sein. Da dies an sich nur selten der Fall ist (z. B. bei ärztlich verordneter Bettruhe), ist der häufigere Leistungsfall die Entbindung.
Haushaltshilfe kann sowohl bei stationärer Entbindung als auch bei einer Hausgeburt gewährt werden.
Leistungsdauer
Haushaltshilfe bei Schwangerschaft oder Entbindung wird solange geleistet, wie der Arzt oder die Hebamme es für notwendig erachtet. Auch nach der Entbindung besteht grundsätzlich Anspruch, wenn die Frau durch die Folgen der Entbindung noch geschwächt ist.
Zuzahlung
Bei Haushaltshilfe wegen Schwangerschaft oder Entbindung wird keine Zuzahlung fällig, da das Gesetz es nicht vorschreibt
Kassenzuständigkeit
Für die Gewährung der Haushaltshilfe ist immer die Krankenkasse zuständig, die die Hauptleistung, z. B. die Krankenhausbehandlung erbringt. Ihre Krankenkasse berät Sie auch zu Einzelheiten oder Ausnahmen zur Leistungsgewährung.
Postpartale Stimmungskrisen (Wochenbettdepression)
Die psychischen Krisen, in die eine Mutter nach der Geburt des Kindes geraten kann, gliedern sich in drei verschiedene Kategorien, welche oft fließend ineinander übergehen: das Postnatale Stimmungstief (Baby-Blues), die Postpartale Depression (PPD) und die Postpartale Psychose (PPP).
Der Baby-Blues ist ein kurzfristiges Stimmungstief, welches in den ersten 10 Tagen nach der Entbindung auftritt und meist 3-5 Tage anhält. Die Symptome vergehen meist schnell und von selbst. Die Betroffenheitsrate liegt bei 50 % bis 80 %, aufgrund dessen wird das Stimmungstief heute schon als Normalzustand angesehen. Kennzeichend für das Stimmungstief sind Traurigkeit, häufiges Weinen, Erschöpfung, Ängstlichkeit, Reizbarkeit, Schlaf- und Ruhelosigkeit, Stimmungsschwankungen, Konzentrationsschwierigkeiten.
Postpartale Depression (PPD, Wochenbettdepression)
Sie kann jederzeit im ersten bis zweiten Jahr nach der Geburt entstehen. Typisch für die PPD ist eine schleichende Entwicklung; sie wird meist erst aufgrund von körperlichen Symptomen erkannt. Die Betroffenheitsrate liegt hier bei 10-20%. Kennzeichen für die PPD sind Energiemangel, Traurigkeit, inneres Leeregefühl, Schuldgefühle, ambivalente Gefühle dem Kind gegenüber, allgemeines Desinteresse, Teilnahmslosigkeit, Hoffnungslosigkeit, sexuelle Unlust, Kopfschmerzen, Herzbeschwerden, extreme Reizbarkeit, Taubheitsgefühle, Zittern, Schwindel, Konzentrations-, Schlafstörungen, Ängste, Panikattacken, Zwangsgedanken.
Postpartale Angstzustände können als eigenständige Kategorie gesehen werden, da diverse Angststörungen nicht zwangsläufig eine Depression bedeuten. Sie treten in den ersten zwei bis drei Wochen auf und umfassen schwere, wiederkehrende Angst- und/oder Panikgefühle, die meist mit dem Wohlergehen des Babys in Bezug stehen. Unbehandelte Symptome der Angstgefühle können zu einer Depression führen.
Auch 4% der Väter leiden nach der Geburt eindeutig unter einer postnataler Depression.
Postpartale Psychose (PPP)
Sie ist die schwerste Form der postnatalen Krisen. Sie entsteht vorwiegend in den ersten 2 Wochen nach der Entbindung, kann sich aber auch aus einer Depression entwickeln. Von 1000 Müttern sind 1-3 Mütter betroffen. Es gibt drei Formen, welche sich bei der PPP oft als eine Mischform zeigen:
Manie : Es zeigen sich eine starke Antriebssteigerung, motorische Unruhe, Verworrenheit, Größenwahn, gehobene Stimmungslage mit Euphorie, Enthemmung und ein vermindertes Schlafbedürfnis. Eine Gefährdung resultiert in diesen Fällen durch falschen Umgang mit dem Kind bzw. eine Störung der Urteilsfähigkeit.
Depression : Es äußern sich Angstzustände, Antriebs-, Bewegungs- und Teilnahmslosigkeit.
Schizophrenie : Zeigt sich durch Halluzinationen und Wahnvorstellungen. Die betroffene Frau glaubt Stimmen zu hören oder Dinge zu sehen, die nicht
existieren.
Ursachen
Für die Erklärung der Ursachen gilt ein multifaktorieller Ansatz, der bei jeder Frau verschiedene Gewichtung haben kann. Wenn Sie sich betroffen fühlen, sollten Sie auf jeden Fall einen Arzt konsultieren.
Biologische Ursachen
Zum einen die physische Erschöpfung und Umstellung nach der Geburt, durch die große körperliche Anstrengung während der Geburt und der plötzlichen körperlichen Veränderung von Bauch, Brüsten, Stoffwechsel und der Verdauung. Auch Hormonveränderungen spielen eine Rolle: Durch den plötzlichen Abfall des Progesteron kann es zu Depressionen kommen und der Abfall von Östrogenen führt zu erheblichen Schlafstörungen. Frauen, die am prämenstruellen Syndrom (PMS, besondere Reizbarkeit) leiden, sind häufiger von einer PPD betroffen.
Auch ein Mangel an Schilddrüsenhormone (Unterfunktion) kann zu depressiven Symptomen und/oder Angst und Panikattacken nach der Geburt führen. Die Autoimmunerkrankung Hashimoto Thyreoditis bricht oft nach der Geburt aus und führt zu einer Schilddrüsenunterfunktion mit ihren Symptomen wie Kraftlosigkeit, Müdigkeit/Erschöpfung, Depression usw. Ebenfalls kann eine Schilddrüsenüberfunktion zu Angst und Panikattacken führen. Meist wird sie durch die Autoimmunerkrankung Morbus Basedow ausgelöst, die auch postpartal ausbrechen kann.
Psychische Ursachen
Die Geburt ist für jede Frau ein sehr einschneidendes Erlebnis. Sie wird dabei sehr stark mit ihren Ängsten, wie Versagens- oder Schmerzangst und einem unrealistischen und überzogenen Mütterbild konfrontiert. Geburt kann auch bedeuten, dass die Frau sich von ihrer eigenen Kindheit verabschieden muss, noch vorhandene Defizite oder unverarbeitete Erlebnisse erschweren diesen Prozess. Neue soziale Strukturen können zu einer psychischen Belastung werden, z. B. war die Frau zuvor berufstätig und bleibt nun als Mutter zu Hause, dies kann zur Isolation führen. Frauen mit einem starken Kontrollbedürfnis, einem ausgeprägten Perfektionismus oder die schon Panikattacken oder Depressionen hatten, sind eher gefährdet.
Psychosoziale Ursachen
Sie liegen besonders am Mutterbild der heutigen Zeit, welches stark durch die Gesellschaft und ihre Anforderungen an jedes einzelne Mitglied bestimmt wird. Dies ist heute ein hauptsächlich überzogenes Bild von einer immer perfekten, immer glücklichen Mutter. Zu dieser Prägung der Mutterrolle tragen die Werbung, die Experten und auch eigene Freunde und Verwandte bei, wobei oft die Schattenseiten der Mutterrolle ausgeklammert werden. Auch bei Männern kann es zu postpartalen Symptomen kommen, diese werden jedoch oft nicht rechtzeitig erkannt, da es nicht ihrem (derzeitigen) Rollenbild entspricht, und der Arzt von einem falschen Standpunkt ausgeht.
Professionelle Hilfe
Bei mittelschweren Depressionen kann Selbsthilfe schon eine merkliche Besserung bringen. Auch Hilfe durch Partner, Familie und den Freundeskreis oder professionelle Unterstützung bei der Hausarbeit und der Babybetreuung (durch Familienpfleger) kann sich positiv auswirken.
Selbsthilfe allein reicht aber oftmals nicht aus, so dass Fachleute mit herangezogen werden sollten. Bei einer schweren postpartalen Depression oder gar Psychose ist eine sofortige professionelle Hilfe absolut notwendig. In einigen Fällen ist auch ein Klinikaufenthalt erforderlich, um das Leben von Mutter und Kind zu schützen. Unter anderem stehen folgende Wege der professionellen Behandlung, die miteinander kombiniert werden können, zur Verfügung: Psychotherapie, Musiktherapie, Psychopharmakotherapie, Hormon-Therapie, naturheilkundliche Therapie, Alternative Therapie, Stationäre Behandlung.
Wir im Familienzentrum der Segeberger Kliniken beraten Sie gern.
Mutterschutz
In Deutschland ist der Mutterschutz ein im Mutterschutzgesetz und in der Mutterschutzrichtlinienverordnung festgelegtes Regelwerk, das die Bedingungen für den Einsatz von schwangeren Frauen in einem Arbeitsverhältnis festlegt.
Vom Beginn der Schwangerschaft bis zum Ablauf von vier Monaten nach der Entbindung ist die Kündigung des Arbeitsverhältnisses bis auf wenige Ausnahmen unzulässig. Eine solche Ausnahme kann z. B. vorliegen bei Insolvenz, bei der teilweisen Stilllegung des Betriebes (ohne die Möglichkeit der Umsetzung der Schwangeren auf einen anderen Arbeitsplatz) oder in Kleinbetrieben, wenn der Betrieb ohne qualifizierte Ersatzkraft nicht fortgeführt werden kann. Auch eine besonders schwere Pflichtverletzung durch die Frau kann im Einzelfall ausnahmsweise zu einer Kündigung berechtigen. Nimmt die Mutter nach der Geburt des Kindes Elternzeit, so verlängert sich der Kündigungsschutz über die Frist des Mutterschutzgesetzes hinaus bis zum Ablauf der Elternzeit.
Der Mutterschutz beginnt 6 Wochen vor der Geburt bzw. vor dem errechneten Geburtstermin. Werdende Mütter dürfen in den letzten 6 Wochen vor der Entbindung nicht arbeiten, es sei denn, dass sie sich ausdrücklich dazu bereit erklären. Nach der Niederkunft dürfen die Wöchnerinnen bis zum Ablauf von 8 Wochen nicht beschäftigt werden. Bei Früh- und Mehrlingsschwangerschaften wird diese Zeit auf 12 Wochen ausgedehnt. Die beiden Mutterschutzfristen (vor und nach der Geburt) betragen immer mindestens 14 Wochen. Darüber hinaus wird in dem Gesetz das Verbot von Mehrarbeit (d. h. mehr als 8,5 h / Tag), Nacht- und Sonntagsarbeit festgelegt (§ 8 MSchG).
Muttermilch
Muttermilch ist insbesondere für die Ernährung von Neugeborenen sehr wichtig. Insbesondere gilt dies für Frühgeburten, da deren Organismus selbst häufig nicht genügend Antioxidantien für das Abfangen von freien Radikalen bereitstellen kann. Erhöhtes Aufkommen von freien Radikalen rührt von der bei Frühgeborenen notwendigen intravenösen Ernährung und den Bluttransfusionen her und macht sie anfälliger für gefährliche Infektionen.
Das in der Muttermilch enthaltene Calcium ist für die Bildung von Knochen und des Zahnmaterials wichtig. Milchersatznahrung, die der Muttermilch möglichst nachempfunden ist, enthält ebenso das benötigte Calcium. Diese enthält jedoch wesentlich geringere Mengen an Antioxidantien.
Muttermilch enthält im Vergleich zur Kuhmilch:
- weniger Eiweiß (ein zu hoher Eiweißgehalt in der Säuglings- und Kleinkindnahrung kann die Nieren schädigen)
- mehr Kohlenhydrate
- Antikörper die dem Kind zusammen mit Immunglobulinen, die vor der Geburt über den Mutterkuchen übertragen wurden (IgG), bei der spezifischen Abwehr von Krankheitserregern helfen
- abwehrfördernde Enzyme wie Lysozym, welches von in der Muttermilch enthaltenenMakrophagen (Zellen der Immunabwehr) gebildet wird
- Fett spaltende Enzyme, die dem Kind bei der Fettverdauung helfen
- mehr Eisen und Kupfer, weniger Phosphor
- weniger Vitamin K
Stillen
Als Stillen oder Brusternährung wird die Ernährung des Säuglings und Kleinkinds an der menschlichen Brust bezeichnet. Da die Muttermilch auf die Bedürfnisse des Säuglings angepasst ist und Stillen unter anderem die Säuglingssterblichkeit und die Brustkrebsrate reduziert, wird heute vom Weltkinderhilfswerk (UNICEF) in der Innocenti-Declaration empfohlen, vier bis sechs Monate lang voll zu stillen, danach bis zum vollendeten 2. Lebensjahr neben geeigneter Beikost, und darüber hinaus so lange Mutter und Kind wollen. Die deutsche Stillkommission empfiehlt vier bis sechs Monate lang voll zu stillen.
Das gesunde Neugeborene sollte möglichst bald, innerhalb der ersten Stunde nach der Geburt, zum ersten Mal gestillt werden. Generell sollen Babys nach ihrem eigenen Bedarf angelegt werden.
Stillen im Alltag
Stillpositionen
Als klassische Stillposition ist vor allem der so genannte Wiegegriff bekannt, bei dem das Kind vorn in den Armen der Mutter liegt. Vor allem bei Neugeborenen ist es wichtig, dass das Baby dabei mit dem Gesicht der Mutter ganz zugewandt ist und in Höhe der Brustwarze liegt. Dabei kann das Kind beispielsweise durch Kissen so gestützt werden, dass Arm- und Schultermuskeln der Mutter entspannt sind. Einen zusätzlich wiegenden Effekt hat ein Schaukelstuhl oder Stillsessel.
Es gibt eine Vielzahl weiterer Stillpositionen: Das Kind kann im Sitzen, im Liegen oder im Stehen gestillt werden. Beim Rückengriff im Sitzen sind die Füße des Kindes zum Rücken der Mutter ausgerichtet; dabei ist die Stütze durch ein Stillkissen üblich. Ein Tandemstillen von Zwillingen ist zum Beispiel dadurch möglich, dass beide Kinder jeweils im Rückengriff liegen. Das Stillen im Liegen erlaubt eine völlige Entspannung von Mutter bis hin zum Schlaf. Ein Wechsel der Stillpositionen über den Tag gilt als hilfreich, um die Mutterbrust gleichmäßig zu entleeren und so Milchstau vorzubeugen. Üblicherweise wird zum gleichen Zweck beim Stillen zwischen zwei Brüsten abgewechselt.
Vorteile des Stillens für das Kind
Neben der optimalen Nährstoffzusammensetzung der humanen Muttermilch erhält der Säugling durch das Stillen Antikörper des mütterlichen Immunsystems. Dadurch ist der Säugling auch einige Zeit über die Dauer des Stillens hinaus gegen verschiedenste Krankheiten immunisiert. Da das Immunsystem des Kindes erst durch Kontakt mit Krankheitserregern eigene Antikörper entwickelt, bieten die mütterlichen Antikörper für diese Übergangszeit einen zuverlässigen Schutz vor Infektionen. Besonders die unmittelbar nach der Geburt in den ersten 18 bis 36 Stunden gebildete gelbliche Vormilch (Kolostrum) enthält einen hohen Anteil an Antikörpern und ist für einen Infektionsschutz des Neugeborenen wichtig. Darüber hinaus enthält die Muttermilch Substanzen, die die Darmflora, namentlich bestimmte Bifidobakterien, positiv beeinflussen. Die schützende Wirkung der Muttermilch wirkt sich bis ins Erwachsenenalter aus (z.B. erkranken gestillte Kinder seltener an Diabetes mellitus); außerdem scheint die Muttermilch die Darmflora positiv zu programmieren.
Das Überdosieren von Muttermilch ist nicht möglich; Zubereitungsfehler (wie nicht abgekochte Fläschchen) oder Probleme wie schmutziges Wasser gibt es beim Stillen nicht, demnach macht das Stillen unabhängiger und Unsicherheiten der Mutter bezüglich der Ernährung des Kindes werden ausgeräumt.
Der Geschmack der Muttermilch ist abhängig von der Ernährung der Mutter. Das Kind erfährt somit früh eine große Bandbreite verschiedener Geschmäcker und ist auf Bei- und Familienkost besser vorbereitet und weniger wählerisch.
Vorteile des Stillens für die Mutter
Durch das Stillen wird im Körper der stillenden Frau das Wohlbefinden auslösende Hormon Oxytocin ausgeschüttet. Oxytocin bewirkt ein Zusammenziehen des Uterus (Nachwehen) und beschleunigt dadurch den Wochenfluss und die Rückbildung der Gebärmutter. Dieses "Sich-Zusammenziehen" der Gebärmutter kann die stillende Mutter in den ersten Tagen als sehr stark und unangenehm empfinden. Dieses Gefühl setzt unmittelbar beim Stillen ein, klingt aber nach kurzer Zeit ab. Außerdem wird durch das Stillen und die damit verbundene Hormonausschüttung die Mutter-Kind-Bindung optimal gefördert.
Steigerung der Milchmenge
Folgende Maßnahmen können die von der Brust produzierte Milchmenge erhöhen:
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Häufiges Anlegen des Babys, mindestens alle zwei Stunden, eventuell mit einer etwas längeren Pause nachts
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Auf wirkungsvolles Saugen und eine korrekte Stillposition achten. Das Kind soll den Kopf nicht seitlich verdrehen oder überstrecken, sondern Bauch an Bauch eng bei der Mutter liegen
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wechselnde Stillpositionen
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Wechselstillen. Dafür wird das Kind an einer Seite angelegt, bis es die Brust von selbst loslässt. Anschließend wird es auf der anderen Seite angelegt, bis es aufhört zu saugen. Nun wird es wieder auf der ersten Seite angelegt, dann wieder auf der zweiten usw.
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Brustmassagen zur Entspannung und zur Auslösung des Milchspendereflexes
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Möglichst viel Ruhe für die Mutter, Ausschaltung von Stressfaktoren
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Ausgedehnter Körperkontakt durch Tragen in einer Tragehilfe und gemeinsames Schlafen fördert die Milchbildung und die Saugbereitschaft des Babys
Beikostbereitschaft, Abstillen, Abstillalter
Mit zunehmendem Alter des Säuglings, meist zwischen dem sechsten und neunten Monat, wird sich die steigende Bereitschaft zur Aufnahme von Beikost zeigen. Ein Baby ist bereit für Beikost, wenn:
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der Zungenstoßreflex, durch den feste Nahrung automatisch aus dem Mund befördert wird, verschwunden ist
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es Interesse an der Nahrung hat und diese selbst zum Mund befördern kann
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es alleine sitzen kann
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es ein gesteigertes Stillbedürfnis zeigt, das sich nicht nach wenigen Tagen wieder normalisiert und nicht auf andere Gründe, wie z. B. Zahnen, Erkrankung, Stress, Wachstum zurückzuführen ist.
Die Einführung von Beikost ist jedoch kein Grund abzustillen, denn das Stillen bietet weit über die ersten 6 Monate hinaus viele Vorteile. Wird der Säugling nach Bedarf gestillt und darf er den Zeitpunkt des Abstillens selbst bestimmen, so liegt der Zeitpunkt des Abstillens häufig erst nach dem zweiten oder dritten Geburtstag. Die WHO empfiehlt momentan 6 Monate voll zu stillen und das Teilstillen bis mindestens zum 2. Geburtstag und darüber hinaus, so lange Mutter und Kind es wollen.
In jedem Fall sollte ein sanftes, d. h. ausschleichendes Abstillen angestrebt werden, gleichgültig, ob dies vom Kind oder von der Mutter ausgeht. Dadurch werden Verlustängste beim Säugling und gesundheitliche Probleme – wie Milchstau bei der Mutter – vermieden. Beim natürlichen Abstillen nach Bedarf des Kindes wird das Kind mit steigender Entwicklung und Reife immer weniger und seltener gestillt werden wollen. Bei einem von der Mutter eingeleiteten Abstillen sollte nur langsam, über Wochen hinweg, eine Stillmahlzeit nach der anderen durch eine Beikostmahlzeit ersetzt werden.
Stillen und Berufstätigkeit
In Deutschland stehen jeder Mutter, die während der Stillzeit arbeitet, Stillpausen und weitere Sonderregelungen gesetzlich zu. Eine berufliche Tätigkeit ist also kein Grund zum Abstillen (vergleiche hierzu das Mutterschutzgesetz).
Auch die Europäische Sozialcharta in der Revision vom 3. Mai 1996 beinhaltet in Artikel 8 die Verpflichtungen für die Vertragsparteien, „sicherzustellen, daß Mütter, die ihre Kinder stillen, für diesen Zweck Anspruch auf ausreichende Arbeitsunterbrechungen haben“.
Das Stillen lässt sich mit einer Betreuung durch eine andere Person kombinieren. Dies ist umso einfacher, desto älter das Kind ist, da die Zahl der Stillmahlzeiten meist geringer wird. Ist der Arbeitsplatz der Mutter in der Nähe, kann sie ihre Arbeit zum Stillen unterbrechen, womöglich auf Abruf durch die betreuende Person; andernfalls kann das Abpumpen der Muttermilch sinnvoll sein, oder das Kind nimmt tagsüber andere Nahrung zu sich. Das Stillen abends, nachts und morgens kann weiterhin Teil der Mutter-Kind-Beziehung bilden.
Viele Kinderkrippen unterstützen das Stillen in jeder Hinsicht und ermöglichen es den Müttern, die Einrichtung nach Bedarf zum Stillen zu besuchen. Teilweise ist eine entsprechende Regelung institutionalisiert: so wurde beispielsweise 2002 per Dekret das Stillen in allen Kinderkrippen in Paris erlaubt [16].
Stillhindernisse und -probleme
Nur sehr wenige Frauen (unter 5%) können nicht bzw. nur eingeschränkt stillen. Bei auftretenden Problemen sollte sich die stillende Mutter an eine Stillberaterin oder eine stillerfahrene Hebamme wenden, um – immer im Hinblick auf das Gedeihen des Kindes – die Stillbeziehung mit möglichst wenig Stress für beide Seiten zufriedenstellend weiterführen zu können. Es besteht Anspruch auf Hebammenhilfe während der gesamten Stillzeit.
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Das größte Stillhindernis stellen Falsch- bzw. Mangelinformationen der Mütter, fehlende Unterstützung bzw. der fehlende Wille zum Stillen dar.
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Schmerzen beim Beginn des Stillens durch wunde Brustwarzen.
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Besonders häufig treten Stillprobleme auf, wenn der Säugling nicht nach Bedarf, sondern nach einem Zeitplan bzw. Mindeststundenabstand gestillt wird.
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Die Form der Brustwarzen hat keinen Einfluss darauf, ob eine Frau stillen kann oder nicht. Bei besonderen Merkmalen (sehr große Brustwarzen, Flach- oder Hohlwarzen) bedarf es allerdings in den meisten Fällen etwas mehr Geduld und der Unterstützung einer stillerfahrenen Beraterin. Bei Flach- oder Hohlwarzen kann bereits in der Schwangerschaft eine Art sanfte Umformung versucht werden, um den Stillstart einfach zu machen. Bei Schlupf- oder Hohlwarzen, kann bereits im Vorfeld durch die Anwendung von Nipletten entgegengewirkt werden.
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Von einem Milchstau spricht man, wenn die Brust nicht in ausreichendem Maß geleert wird und es somit zu (vorübergehenden) teils schmerzenden Verhärtungen in der übervollen Brust kommt. Ein Milchstau kann sich unter Umständen zu einer Brust(-drüsen-)entzündung weiterentwickeln, die mit stillverträglichen Antibiotika behandelt werden kann. Angeblich senkt auch das Trinken von Salbei- oder Pfefferminztee die Milchproduktion. Eine Stillpause oder gar ein Abstillen ist dagegen hinderlich für das Überwinden eines Milchstaus bzw. einer Brustentzündung, denn bei beidem steht die Entleerung der übervollen Brust und das Einstellen der tatsächlich vom Kind benötigten Milchmenge im Vordergrund. Als homöopathisches Heilmittel gilt Phytolacca. Zur Vorbeugung von wiederkehrendem Milchstau oder Mastitis wird auch die Einnahme von Lecithine empfohlen.
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Bei einer tatsächlich vorliegenden und nicht durch falsches Stillen selbst herbeigeführten Hypogalaktie (zu wenig Muttermilch), kann der Säugling durch Muttermilchspende oder Zwiemilchernährung ernährt werden, ohne dass die Mutter abstillen muss.
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Bei der Zwiemilchernährung, bei der neben dem Stillen mit der Flasche zugefüttert wird, kann eine Saugverwirrung auftreten. Das Trinken aus einer Flasche verlangt vom Kind ein weniger differenziertes Saugverhalten, so dass es unter Umständen das korrekte Trinken an der Brust verlernt. Aus der Flasche läuft die Milch fast von allein, das Trinken verlangt lediglich eine Saug-Schluckbewegung. An der Brust muss sich das Kind mehr anstrengen, das Stillen erfordert eine Saug-Kau-Schluckbewegung. Hier sollten alternative Fütterungsmethoden angewandt werden, z. B. die Gabe mit einem Löffel, aus einem Becher oder mittels eines Brusternährungssets.
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In manchen Fällen „streiken“ Säuglinge einige Stunden bis wenige Tage und wollen nicht an der Brust trinken, man spricht hier von Stillstreik, was keinesfalls ein Abstillen von Seiten des Säuglings bedeutet. Ein Stillstreik kann u.U. aufgrund eines durch die Mutter aufgenommenen Nahrungsmittels (bei manchen Säuglingen z.B. Knoblauch) ausgelöst werden. Die Milch nimmt diesen Geschmack an und schmeckt dem Säugling nicht. In so einem Fall ist durch Abpumpen und Wegschütten dieser Milch der Stillstreik schnell wieder zu beseitigen.
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Bei notwendigen Medikamenteneinnahmen in der Stillzeit kann in seltenen Fällen eine Stillpause bzw. in sehr seltenen Fällen ein Abstillen erforderlich werden. Informationen zur Stillverträglichkeit können sich Ärzte und Stillende bei Forschungsinstituten einholen (siehe Weblinks). Die meisten Medikamente sind jedoch stillverträglich oder es besteht eine stillverträgliche Alternative.
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Es gibt einige Erkrankungen, die das Stillen einschränken, z. B. Psychosen und aufgrund der Ansteckungsgefahr Tuberkulose oder AIDS. Die relativ häufig auftretende postpartale Depression kann stillverträglich behandelt werden (siehe Weblinks).
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Bei sehr kleinen Frühgeborenen ist die oft damit verbundene Saugschwäche zu beachten. Allerdings ist die Muttermilch in ihrer Zusammensetzung sehr gut an die Bedürfnisse eines Früh- bzw. Mangelgeborenen angepasst. Sollte ein Stillen wegen einer Saugschwäche nicht direkt möglich sein, sollte abgepumpt und die so gewonnene Milch möglichst mit einer alternativen Füttermethode (Becher, SoftCup™, FingerFeeder™Haberman Feeder) an das Baby verfüttert werden, um einer Saugverwirrung vorzubeugen.
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Behinderungen des Kindes, wie z. B. Fehlbildungen im Verdauungs- und Atemtrakt, Herzfehler oder Hirnschädigungen können ein Stillen erschweren. Jedoch sind gerade für diese Kinder die besonders hochwertige Nahrung Muttermilch und die Nähe und Geborgenheit wichtig, die sie durch das Stillen erhalten.
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Säuglinge mit Gaumensegelspalten können meist nicht oder nur sehr eingeschränkt gestillt werden. Nach der operativen Vereinigung des Segels kann das Stillen manchmal noch erfolgreich sein.
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In sehr seltenen Fällen liegt bereits im Säuglingsalter eine Laktose-Unverträglichkeitvor.
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Bei einem Brustwarzenpiercing sollte der Schmuck vorher herausgenommen werden, um dem Säugling das Saugen zu erleichtern und das Verschlucken des Schmucks zu verhindern. Außerdem muss das Piercing gut gepflegt und verheilt sein, um Infektionen zu vermeiden. Wurden beim Stechen des Piercings Milchgänge verletzt, kann das Milchstaus zur Folge haben, da die Milch nicht richtig entleert werden kann. Wenn das Piercing professionell durchgeführt wurde, treten jedoch in der Regel keine Probleme beim Stillen auf.
Wenn ein Stillen nicht möglich ist, wird der Säugling oder das Kleinkind im Allgemeinen über eine Saugflasche versorgt, man spricht dann auch von einem Flaschenkind.
Stillberatung
Stillberatung leisten Hebammen im Rahmen der Nachsorge sowie sogenannte Stillberaterinnen, Mütter mit eigener Stillerfahrung und entsprechender Aus- und Weiterbildung. Sie bieten auf ehrenamtlicher Basis Mutter-zu-Mutter-Beratungen bei Stilltreffen und in Stillgruppen an.
Die Arbeitsgemeinschaft Freier Stillgruppen e. V. (AFS) und die La Leche Liga Deutschland e. V. (LLL) bieten ehrenamtliche Stillberatung und Stillgruppenarbeit an und organisieren Ausbildungen zur Stillberaterin. Hauptziel dieser beiden Selbsthilfe-Organisationen ist die Förderung der Stillkultur in Deutschland und das Verbreiten fundierter Informationen rund ums Thema Stillen.
Des Weiteren gibt es auch professionelle Still- und Laktationsberaterinnen („International Board Certified Lactation Consultant“, IBCLC, englisch für „international zertifizierte Laktationsberaterin“), die einen medizinischen Beruf ausüben und eine fundierte Ausbildung im Bereich des Stillens und der Stillberatung haben. Die Beratung ist für die Stillenden kostenpflichtig, in vielen Fällen übernimmt aber die Krankenkasse die Kosten dieser Beratung.
Stillen und Rauchen
Durch Aufnahme von Nikotin während der Stillzeit besteht die Gefahr, dass das Kind weniger zunimmt und unruhiger ist. Da Nikotin sehr schnell in die Muttermilch übergeht, sollten stillende Mütter das Rauchen aufgeben oder zumindest stark einschränken.
Impfungen
Nach aktuellen Empfehlungen des in Deutschland dafür zuständigen Robert-Koch-Instituts sind Impfungen in der Stillzeit generell ohne Beschränkungen möglich. Ferner sind Totstoff-Impfungen kein Grund zum Aufschub einer (weiteren) Schwangerschaft. Ist eine weitere Schwangerschaft geplant, sind ab drei Monaten vor einer (und dann während der gesamten) Schwangerschaft lediglich Impfungen mit Lebendimpfstoffen (wie gegen , Mumps und Röteln) kontraindiziert.
Stillen und Verhütung
Während des Stillens produziert der weibliche Körper das HormonProlaktin, das den Eisprung verhindern kann. Wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass das Stillen zu 98 % vor einer erneuten Schwangerschaft (für 6 bis 8 Monate nach der Geburt) schützt, wenn die Abstände zwischen den einzelnen Stillmahlzeiten maximal 3 bis 4 Stunden nicht überschreiten und die Regelblutung noch nicht wieder eingesetzt hat. Beim Abpumpen der Milch wird allerdings wesentlich weniger Prolaktin gebildet als beim Stillen, weswegen nur das tatsächliche und regelmäßige Bruststillen weitgehend verlässlich schwangerschaftsverhütend wirkt (siehe auch „ Lactational Amenorrhea Method “).
Bei dem heutigen Lebensstil und vor allem durch unregelmäßigen Lebensrhythmus ist das Stillen jedoch kein wirklich verlässlicher Schutz vor einer ungewollten Schwangerschaft, deshalb ist auch während der Stillzeit Empfängnisverhütung notwendig. Das unproblematischste Verhütungsmittel während der Stillzeit ist das Kondom. Sicheren Schutz bieten auch Pessar und Spirale. Da sich der Muttermund durch die Geburt verändert, sollte das Pessar neu angepasst werden, damit es richtig sitzt. Die Einnahme der Mini-Pille verändert die Zusammensetzung der Muttermilch.
Tandemstillen
Als Tandemstillen bezeichnet man das gleichzeitige Stillen von zwei oder mehr Kindern unterschiedlichen oder gleichen (Zwillinge) Alters. In der Regel werden Kinder abgestillt, bevor ein neues Baby geboren wird. Dies ist jedoch nicht notwendig, da auch das ältere Kind an der Brust der Mutter weitertrinken kann. Die Brust passt sich dem erhöhten Bedarf an.
Stilltypen
Nach den Erkenntnissen des amerikanischen Kinderarztes G. R. Barnes können bei Säuglingen fünf verschiedene Stilltypen (Zauderer, Genießer bzw. Gourmet, Träumer und Aufgeregter bzw. wenig Effektiver, Barracuda) unterschieden werden, die durch ihr Verhalten an der Brust bereits Persönlichkeitsmerkmale und Charaktereigenschaften erkennen lassen.
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